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Dienstag Mai 23, 2017
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Review: This War of Mine

81DeXuojP3L. SL1500 Kriegsspiel gibt es wie Sand am Meer. Die meisten meinen von sich selbst, dass sie Anti-Kriegsspiele sind, doch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Zeigt ein Spiel wie Call of Duty die Schrecken des Krieges? Sicherlich, aber schreckt das ab, wenn man gleichzeitig diese Schrecken herbeiführen muss, um zu überleben - und dies auch noch einen Heidenspaß macht? Die polnischen 11 bit Studios gehen ein ganz anderen Weg und haben mit "This War of mine" (TWOM) ein ganz außergewöhnliches Stück Software aus Einsen und Nullen gezimmert.

Der Schrecken des Krieges, ja hier ist er allgegenwärtig. TWOM ist nicht schön, nicht 3D, doch es ist packend. Das Spiel ist eine 1a-Überlebenssimulation, in der man eine kleine Gruppe von Menschen (mal drei mal vier Personen) kontrolliert, die versucht, in den Kriegswirren und der völlig zerstörten Stadt zu überleben. Es gilt bis zum Ende des Krieges auszuhalten, der kann nach 25 Tagen eintreten, aber auch erst nach 45. Brutale Plünderer, lauernde Scharfschützen, der Mangel an Nahrung und Medizin sorgen für echten Nervenkitzel, die "Gefühle" der Protagonisten (etwa, wenn sie aus Hunger entscheiden müssen, ein Seniorenpaar in dessen Haus zu überfallen) machen sich gerne mal selbstständig, der Lebenswillen der Kriegs-Sims versagt. Da sind Gespräche untereinander hilfreich, doch nicht immer sind Aufmunterungen erfolgreich.

Der typische Spielablauf von TWOM sieht vor, dass man tagsüber allerlei Dinge erledigt, etwa Betten zimmert, einen Ofen baut, Alkohol brennt (gut zum Tauschen) oder einfach nur schläft, weil man nachts raus zum Plündern oder das Haus vor Übergriffen bewachen muss. 11 bit Studios wissen, wovon sie sprechen: Einer der Entwickler hat selbst als Kind die dreijährige Belagerung Sarajevos von 1992 bis 1995 erleben müssen und versucht auf diesem Weg auch, das Geschehene zu verarbeiten. Der ausgefallene Grafikstil untermalt die düstere und drückende Stimmung und sorgt für ein außergewöhnliches Spielerlebnis. Bei jedem Start erwarten Dich eine zufällig neu generierte Welt und zahlreiche, unbekannte Charaktere. Die Herangehensweise an das Thema Krieg ist so außergewöhnlich wie packend. Die jetzt erschienene Ipad-Version (Trailer unten) steht der Mac/PC-Fassung in nichts nach und besticht durch eine kluge Konvertierung. Perfekt!

 

Ein echtes Anti-Kriegsspiel - toll und beklemmend

 

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