Ausverkauftes Haus, druckvoller Sound und drei US-Rockgewichte: ALTER BRIDGE, DAUGHTRY und SEVENDUST verwandeln die Turbinenhalle 1 in Oberhausen in einen funktionierenden Gitarrenmotor. SEVENDUST eröffnen pünktlich und brauchen keine Anlaufzeit. Die Groove-Maschinerie greift sofort, auch wenn die Halle zu Beginn noch nicht komplett gefüllt ist. „Is This The Real You?“ macht Lust auf das kommende Album One, Nummer 15 der Bandgeschichte. Lajon Witherspoon führt souverän durch das kurze Set. Nach knapp 35 konzentrierten Minuten ist mit „Face To Face“ Schluss. Knackig, effektiv, erledigt.
DAUGHTRY widerlegen danachen Ruf der reinen Weichspüler-Fraktion. Ja, es gibt große Refrains, aber eben auch Druck. „The Bottom“ und „Artificial“ zeigen eine modernere, härtere Seite. Chris Daughtry dominiert die Bühne sichtbar selbstbewusst und überzeugt mit starker Stimme. „It’s Not Over“ sorgt erwartungsgemäß für kollektives Mitsingen, das Journey-Cover „Separate Ways“ funktioniert, wirkt aber verzichtbar. Deutlich stärker: das akustische „Home“ im Lichtermeer. Zum Ende zieht „Heavy Is The Crown“ das Tempo wieder an, inklusive kurzer Lebensweisheiten vom Frontmann.
Dann der Headliner: ALTER BRIDGE. „Silent Divide“ eröffnet und setzt sofort den Maßstab. Die Band spielt fokussiert, wuchtig und mit sichtbar Spaß an der Sache. Die Lichtshow bleibt geschmackvoll, die Videoscreens unterstützen, ohne abzulenken. Myles Kennedy witzelt über seine Brille und sammelt Sympathiepunkte, bevor es mit „Addicted To Pain“ und „Cry Of Achilles“ direkt in die Vollen geht.
Später übernimmt Mark Tremonti bei „Burn It Down“ das Mikro – überzeugend und passend. Bassist Brian Marshall und Drummer Scott Phillips bilden das stabile Fundament.
Mit „Ghost Of Days Gone By“ und „Open Your Eyes“ gibt es Gänsehaut, „Tested And Able“ zieht die Zügel wieder an. „Metalingus“ markiert die Zielgerade, ehe ein starker Zugabenblock mit „Blackbird“ und „Isolation“ den rund 100-minütigen Auftritt beschließt.
In Oberhausen gab es die Bands live zu sehen.
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Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.
