Review: Loopyworld

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Mit Iron Maiden verhält es sich inzwischen wie mit alter Geschichte. Historiker entstauben beinahe jeden Tag Fitzelchen an Informationen aus den Anfangstagen der Band. Und es wird und wird einfach nicht langweilig. In diese Kerbe schlägt das neue Buch des I.P. Verlag „Loopyworld“. Loopy, das ist Steve Newhouse. Und der war zwischen September 1978 und Juli 1984 Mitglied der ursprünglichen „Killer Krew“ der Eisernen. Als Schulkamerad und bester Freund von Paul Di’Anno war er dabei unter anderem Schlagzeug-Roadie für Clive Burr und er begleitete die Band Ende 1978 nach Cambridge in die Spaceward Studios zur Aufnahme der legendären „Soundhouse Tapes“. Anfang 1981 war Loopy bei der TV-Aufzeichnung des Konzerts für den „Beat Club“ in Bremen am Start. Es gibt also viel zu erzählen. Und das tut Loopy äußerst charmant in „Loopyworld“. 

Es ist eine Reise durch die gesamte Entwicklung der originalen Band: von endlosen Proben in den frühen Tagen, über Auftritte im legendären Ruskin Arms, bis hin zu den Aufnahmen des fünften Albums „Powerslave« in Nassau auf den Bahamas. Mit jeder Menge Bier, Problemen, Tragödien, Touren, Studioaufenthalten, und noch mehr Bier. In den frühen Tagen gab es kaum eine andere Person, die näher an Iron Maiden dran war, als Steve „Loopy“ Newhouse, der während seiner Zeit 300 Shows in 15 Ländern betreute, mit dem sagenumwobenen Bandgefährt „Green Goddess“ hunderte von Kilometern kreuz und quer durch Großbritannien fuhr, aber auch in Fünf-Sterne-Hotels in Tokio nächtigte und mehr als einmal mit dem eisenharten Bandmanager Rod Smallwood aneinander geriet.

Nachdem er zwei Jahre lang für MetalTalk.net geschrieben hat, darunter seine eigene Geschichte von Anfang bis Ende aus dem Gedächtnis ausgebreitet hat, fand Loopy seine Tagebücher, die bis ins Jahr 1979 zurückreichen, wieder. Mit all diesen zusätzlichen Informationen wusste er, dass er noch mehr zu bieten hatte. Also begann er im Februar 2016, die alten Kapitel seiner Kolumne durchzugehen, um zu sehen, was er daraus machen konnte. Herausgekommen ist ein sehr spannendes Buch mit Geschichten, die so noch nicht gehört wurde, weil sie eben nicht von einem der Bandmitglieder stammen. Es ist eine wahre Geschichte, die allerdings auf einem recht schlechten Gedächtnis basiert, aber auf der anderen Seite eben auch auf vielen Tagebucheinträgen, die minutiös Daten, Orte und Geschehnisse beschrieben.

Es gibt auch einige Mysterien in diesem Buch. So stellt Newhouse unmissverständlich klar, dass Gitarrist Paul Cairns bei den Soundhouse Tapes zu hören ist, was Maiden allerdings jahrelang nicht zugeben wollten.

Loopy schreibt dazu: „Ich habe mich davon überzeugt, dass Paul Cairns bei den Soundhouse-Aufnahmen dabei war und ich verstehe echt nicht, was Iron Maiden davon haben, das zu ignorieren. Wenn ich Anerkennung dafür bekomme, dass ich bei vier von den fünf ersten Alben der Band als Roadie dabei war, dann sollte Paul Cairns auf alle Fälle etwas mehr Anerkennung dafür bekommen, dass er bei der Demo-Aufnahme damals als Bandmitglied dabei war, die die Band dorthin gebracht hat, wo sie heute sind. Oder lege ich da zu viel rein?“ 

Zusätzlich zur dieser Bandgeschichte enthält das Buch zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotos aus verschiedenen Privatarchiven.

Insgesamt haben wir es hier mit einem spannenden Bericht aus der Urzeit der Metal-Dinosaurier zu tun, die deutsche Fassung leidet leider etwas unter der eher holprigen Übersetzung. Das exklusives Cover-Artwork ist von Derek Riggs, Dennis Stratton hat ein Vorwort geschrieben. Mehr Frühgeschichte Maidens geht nicht…

Fazit: Spannende Geschichtsstunde für Maidenfanatiker

ISBN Nummer: 978-3940822161

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